Die Wiederentdeckung des wahrhaftigen Selbstausdrucks mit Herz, Seele und deinem Sein.

Über 30 Jahre habe ich als Autistin gebraucht, um in meinen wahren Selbstausdruck zu kommen. Früher habe ich meist sogar Gespräche von Dialogen, Skripten und Aussagen anderer Menschen in Büchern, Filmen oder meinem Umfeld genutzt, um überhaupt eine (akzeptierte) Sprache für mich zu finden.

Doch in all dem war trotzdem schon mein Selbstausdruck enthalten…

Und auch dein wahrer Selbstausdruck ist längst da – vielleicht nur durch Masken, Meinungen oder Ängste verzerrt und unterdrückt. Hier teile ich einen langen Artikel dazu, aber: Du musst dafür nichts mehr werden, nichts dafür lesen und auch nichts finden – weder deine Stimme, noch deine Berufung oder dein wahres Sein.

Du darfst bereits jetzt einfach sein und wahrnehmen. Mit dem was ist und dich auf deine Weise mitteilen – auch ohne Worte und “nur” in Präsenz –, denn dann spürst du immer mehr, das alles in dir ist und dein wahrhaftiger Selbstausdruck ganz natürlich entsteht.

Glaubst du das? Spürst du es? Erlaubst du dir das?

 
Symbolbild: Wahrhaftiger Selbstausdruck – Frau sieht in den Spiegel, Baum im Hintergrund
 

Ich glaube, kaum etwas ist so wertvoll für ein erfülltes, selbstbestimmtes und selbstwirksames Leben, wie der eigene wahrhaftige Ausdruck.


Deine Energie möchte einen Ausdruck finden. Finden sie diesen nicht, dann wendet es sich nach innen, in Form von zum Beispiel…

  • Druck und Schwere.

  • Unruhe und Unsicherheit.

  • Leere und Erschöpfung.

  • Verloren fühlen.

  • Konflikten.

Die Sache ist, dass uns das niemand sagt und wir darin nicht gerade ermutigt werden.

Die meiste Zeit meines Lebens hatte ich das ängstliche Gefühl, dass meine Energie und mein wahres Wesen etwas sind, das reguliert, verborgen und versteckt bleiben sollte. Sicher aufbewahrt in meiner Innenwelt. Das heimliche Schreiben in Notizbüchern war das Höchste, was ich mich getraut habe, wobei ich auch dort teilweise meine Sprache angepasst habe und öfters sogar die Seiten vernichtet habe – aus Angst, jemand könnte das entdecken und lesen.

Und häufig spüre ich diese bekannte, oft subtile, aber doch tiefgreifende Angst bei anderen Menschen – vor allem Frauen, wenn es um ihr Marketing und ihren Content geht und auch AutistInnen allgemein.

Das Denken, dass

  • ihr natürlicher, echter Ausdruck nicht ausreichend ist und sie missverstanden, ablehnt oder verletzt werden.

  • sie mit ihrer Tiefe von Herz und Seele und ihrem komplexen Sein zu viel wären.

  • ihre Sanftheit und Weisheit zu wenig wert sind in unserer lauten, kopflastigen Gesellschaft oder Businesswelt.

Dabei ist das ein Geschenk, das es zu ehren gilt und gleichzeitig zum Verschenken da ist. Es ist heilig und genau richtig, auch dann wenn dich andere Menschen immer wieder zurück in eine Box stecken möchten.

Denn solange du deine Sprache anpasst und es anderen Recht machen möchtest oder dich nur durch die Vorstellung von anderen mitteilst, bleibst du unsichtbar und unerkannt für die richtigen Menschen, die dich in deinem wahren Sein annehmen, schätzen, lieben würden – und du bleibst auch unterkannt für dich selbst.

Der erste Schritt ist, dass du dich selbst sieht, dich mit dir verbindest und ins Spüren sowie Wahrnehmen kommst. Denn es entfaltet sich immer weiter aus dir heraus, deinem Bewusstsein, deiner Präsenz und Verkörperung.

 

Auf einen Blick

  • Dein wahrer Selbstausdruck ist bereits da – du musst ihn nicht erst finden, sondern darfst ihn wieder zulassen und wahrnehmen.

  • Ungelebte, aufgestaute Energie wendet sich nach innen: Druck, Unruhe, Leere, Erschöpfung oder ein Gefühl des Verlorenseins können die Folge sein, wenn dein Ausdruck keinen Raum findet. Oder ein unkontrolliertes Ausbrechen im falschen Moment.

  • Selbstausdruck bedeutet, zu zeigen, wer du bist, was dir wichtig und wahr ist – durch Worte, Stille, Präsenz, Verhalten….

  • Spontanes Aussprechen ist nur ein Ausschnitt, oft aus Reaktion, Trotz oder erlernten Schutzmustern.

  • Die entscheidende Frage ändert sich von "Ist das richtig?" zu "Fühlt sich das wahr und stimmig an?"

  • Gesellschaftlich wird der Verstand über Intuition, Körper und Herz gestellt – besonders Frauen und neurodivergente Menschen unterdrücken dadurch oft ihre eigentliche Stimme.

  • Der Weg zurück führt über den Körper, nicht nur über Verstehen: Reflektieren, Wahrnehmen, Sicherheit aufbauen, Üben.

  • Dein wahrhaftiger Ausdruck ist in seiner Wirkung nicht kontrollierbar oder vorhersagbar. Aber du bist auch nur für deinen Ausdruck verantwortlich, nicht für die Reaktionen anderer.

  • Wenn du dir treu bleibst, entsteht mit der Zeit ein stimmiges Resonanz- und Wirkungsfeld: Klarere Entscheidungen, gesündere Grenzen und die Menschen, die zu dir passen, finden und erkennen dich.

 

Erste Gedanken zum wahrhaftigen Ausdruck

Viele denken, dass es bedeutet, einfach alles auszusprechen, was sie gerade fühlen, denken und wie sie Welt und Menschen um sich herum erleben.

Auch, wenn das schon einmal ein guter Weg sein kann, um überhaupt wieder ins mitteilen zu kommen, ist es nur eine kurze Momentaufnahme, oftmals aus einer inneren Trennung und Reaktion heraus. Aus Trotz, Rebellion, Angst, erlernten Skripten oder Anteilen, die uns beschützen wollen.

In dem Moment geben wir einen aktuellen, situationsbedingten Einblick in unser. Das ist durchaus wertvoll, aber es bringt uns nicht wirklich in unser Sein sowie eine innere Wahrnehmung, Stabilität und Weisheit zurück.

Es ist nicht das Ganze, nicht die Tiefe und das, was du mit deiner feinfühligen Energie, Seele, mit deiner nuanciert, komplexen Wahrnehmung und deinem Sein hier wahrhaftig ausdrücken, erfahren und bewirken möchtest.

Nicht, dass es immer nur wahrhaftig und tief sein muss, aber das zu erkennen und sich dem zu öffnen ist der erste Schritt dafür, dass du dich selbst sieht und dich mit dir und deinem wahren Sein & Selbstausdruck verbindest.

Aus dieser inneren Verbindung kannst du dein (Business-)Leben stimmig und im Einklang ausrichten – unabhängig von anderen und ohne dich selbst als “besser” oder mit der “richtigen Wahrheit” darzustellen.

Denn dein wahrhaftiger Ausdruck – und das ist immer wieder eine Herausforderung – ist unabhängig von den Meinungen, Sichtweisen und Kommentaren anderer Menschen, auch wenn sie dir neue und wertvolle Perpektiven oder Einsichten geben können und wir nicht von der Außenwelt abgetrennt sind.

Der Fokus wechselt von

  • “Ist das richtig?” zu

  • “Fühlt sich das richtig, stimmig und wirklich wahr an?”

Was Selbstausdruck allgemein bedeutet

Selbstausdruck bedeutet, zu zeigen, wer du bist, wofür du stehst, was dir wichtig ist und wahr für dich. Durch ihn teilst du deine Gedanken, Wahrnehmungen, Gefühle, Persönlichkeit, Werte und Ideen mit.

Dazu gehört auch, deine Überzeugungen und was du als deine Realität wahrnimmst so zu zeigen, wie es sich wahr und stimmig anfühlt – nicht so, wie du glaubst, dass es am besten ankommen könnte oder wie wir es aus Gewohnheit vielleicht tun.

Er kann sich zum Beispiel durch geschriebene oder gesprochene Worte, aber auch Stille, genauso wie durch Kleidung, Musik, Kunst oder dein Verhalten zeigen.

Die Kraft liegt also darin, dein wahres, authentisches Selbst zu sein. Und jede falsche Darstellung von dir führt in der Regel zu Umwegen, Schwere, Leere und auch Komplikationen.

Am vollständigsten, erfüllendesten und im Einklang wirst du dich dann fühlen, wenn du dir deiner selbst sicher bist.

Das verlangt also, das du ein Wertgefühl entwickelst, genauso wie innere Sicherheit, Selbstliebe und inneren Frieden. Gleichzeitig bedingt es sich gegenseitig. Je mehr du dich selbst ausdrückst, desto mehr findest du Liebe, Frieden und auch eine innere Sicherheit darin. Und je mehr du das findest und erfährst, desto besser kannst du dich wieder ausdrücken.

Und:
Deine Fähigkeit, dich selbst auszudrücken bestimmt, wie andere dich wirklich sehen und wahrnehmen. Vor allem in einer Welt, in der es so leicht ist, sich zu verstellen, eine Maske anzuziehen und sich zu verstecken.

Wenn du nicht in deinem wahren Selbstausdruck bist, kann sich das so äußern:

  • "Ja" sagen, wenn du eigentlich "Nein" meinst.

  • dich entschuldigen, weil du Raum einnimmst.

  • eine gute Idee, deine Vision oder Innenwelt für dich behalten, weil sie "zu verrückt / sensibel / wild /… " klingen könnte.

  • dich klein machen, damit sich andere wohler fühlen.

  • dem Lärm von Gedanken, Ängsten, Unsicherheiten folgen.

Du nimmst in deinem wahren Selbstausdruck deine Seele und dein Herz genauso ernst wie deinen Geist. Du integrierst sie stimmig und im Einklang für dein Sein und die Situation.

Konsequenzen, wenn du nicht in deinem Selbstausdruck bist:

Jedes Mal ist es eine kleine Entscheidung für das Sichere statt für das Wahre. Einzeln betrachtet mag das harmlos erscheinen, aber es ist immer wieder eine Entschiedung gegen dich selbst und es staut sich in dir an. Und was sich staut, erzeugt entweder immer stärke werdende innere (körperliche) Symptome oder kommt später in voller Wucht und ungefiltert – ohne jegliche Kontrolle – zur falschen Zeit, bei der falschen Person oder am falschen Ort wieder raus.

Du versuchst dann ein Bild von dir aufrechtzuerhalten, was dir nicht entspricht und dich immer mehr von dir selbst entfernt. Wer sein wahres Ich unterdrückt, verwirrt sich selbst und andere.

Und wenn du den Kern deines Wesens und diese Selbstentfaltung unterdrückst, dann kannst du das wahre Wesen deiner Seele nicht offenbaren. Die Seele fühlt sich verarscht, holt sich erneut das Popcorn und lehnt sich zurück, um darauf zu warten, dass uns das Leben eines besseren belehrt und wir hoffentlich lernen.

Und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir anfangen, unser innere Wahrheit und unser wahres Ich ernst zu nehmen.

Deine Stimme aus Herz und Seele

Wir suchen so viel im Außen, nach dem großen Sinn oder einem Zeichen. Dabei ist alles längst in uns verankert und wir können aufhören im Außen nach Lösungen, Methoden oder Sicherheit suchen, sondern wieder spüren, was in uns lebendig ist und auf diese Weise in unsere Energie kommen.

 

Denn du trägst deine ganz eigene Energie in dir:

Dein ureigenes Wesen enthält ein Geschenk und hat einen einzigartigen Ausdruck, den nur du in diese Welt bringen kannst.


Es ist kein einmaliges Erfassen und Ankommen, sondern ein natürlicher Prozess. Es ist wie ein Samenkorn, das sich zu einer blühenden, wundervollen Pflanze entfalten möchte. Doch es braucht Aufmerksamkeit und du spürst es in dir. Du spürst, dass etwas in dir ist und sich nach mehr Beachtung, Licht und Wachstum sehnt.

Mit jedem Mal, bei dem du in deinem Selbstausdruck bist, baust du eine stärkere, fließendere Verbindung zwischen

  • deiner unsichtbaren, inneren Welt und

  • der greifbaren Realität, die du mit anderen teilst und die mit der Zeit auch von anderen immer stärker gespürt, gesehen, verstanden werden kann.

Wie du anderen deine wahrhaftigste Identität zeigst, legt also die Basis für dein (Business-)Leben und nährt deinen inneren Samenkorn, der mit jedem Mal stärker wird und weiter wächst, bis er aufblüht und nie wieder kleinzukriegen ist.

Um in den eigenen wahrhaftigen Ausdruck zu kommen oder überhaupt zu starten, dich selbst auf irgendeine Weise mitzuteilen, musst du bereit sein, dich mit dem eigenen Verstand sowie mit Herz und Seele zu öffnen.

 

Sich auszudrücken erfordert daher Mut, Sanftheit zu sich selbst und Hingabe an das, was in der Tiefe deines Seins wirklich wahr und erhellend ist und nach Aufmerksamkeit verlangt.


Jede Form des Selbstausdrucks – egal ob mit oder ohne gesprochene Worte – sollte dabei auf eine gesunde Weise eingesetzt werden. Es kann manchmal eine Herausforderung sein, sich zu öffnen und persönliche Aspekte deines Lebens zu teilen. Dazu musst du die Angst vor der Beurteilung anderer überwinden, aber gleichzeitig musst du auch nie mehr teilen, als das, wozu du bereit bist. Nimm dein Wesen und deine Intuition dabei ernst.

Verletzlich und offen zu sein, kann aber auch für andere von Vorteil sein. Denn gerade Menschen, die sich oft missverstanden fühlen, können feststellen, dass ein Verständnis oft entsteht, wenn sich “das Ich” im “Du” erkennt. Also dann, wenn du anderen Menschen durch deine Selbstoffenbarung die Möglichkeit gibst, dass sie sich in dir erkennen und die für dich richtigen Menschen tun genau das.

Es wird auch Menschen geben, die es nicht verstehen und es vielleicht sogar ablehnen und auch das ist okay. Damit müssen wir lernen umzugehen, aber das sind dann auch nicht die richtigen Menschen.

 

Doch du wirst entdecken, dass das Erzählen deiner persönlichen Perspektiven, Wahrnehmungen, deiner Erfahrungen und Weisheit es dir ermöglicht,

  • ehrlicher und selbstbewusster mit den Menschen in deinem (Business-)Leben umzugehen,

  • leichter und natürlicher Content zu erstellen und

  • dir selbst mehr zu vertrauen.

 

Das bedeutet auch: Alles, was du brauchst, um deine Wünsche zu verwirklichen, trägst du längst in dir – egal ob es darum geht,…

  • mit deinem eigenen Business und Content Menschen zu erreichen,

  • in deinem Beruf / Job oder

  • in Gruppen zu wirken
    oder

  • bessere Beziehungen aufzubauen.

Wir tragen alle – ob bewusst oder unbewusst – das Bestreben in uns, im Einklang mit dem wahren Selbst zu sein – mit Körper, Geist und Seele – und dafür angenommen zu werden. Und all das kommt nur durch unseren Selbstausdruck in die Erfahrungswelt.

Das klingt poetisch und wenig hilfreich. I know. :-)

Ich habe selbst lange gebraucht, um zu verstehen, was das bedeutet und wie ich daran kommen kann. Doch es war ja längst da und hat immer wieder angeklopft. Bis ich dann aufgehört habe, nach einer Lösung, nach Klarheit, Wissen und einem Ankommen zu suchen und anfing, das zu spüren, zu schreiben, zu sagen, was gerade erkannt werden und raus in die Welt wollte.

Da wurde mir immer mehr klar, dass unser Selbstausdruck unsere wertvollste und für jeden von uns eine einzigartige Ressource ist – die Quelle, aus der all das entsteht, was wir uns wünschen und aus der wir unsere Zukunft im Einklang gestalten.

 

Es ist das, was du aus einem inneren Spüren und deinem Sein heraus am liebsten

  • erschaffen,

  • ausdrücken und

  • mit der Welt teilen möchtest.

 

Es ist oftmals etwas, dass

  • sich zutiefst wahr anfühlt
    und gleichzeitig etwas ist,

  • was du (unbewusst) verbergen und schützen möchtest.

  • sich nicht angepasst, logisch oder realistisch genug anfühlt.

Verbunden mit gelebten Werten oder einem Thema, dass sich als goldener Faden durchs Leben zieht. Etwas, womit du dich immer weiter auseinandersetzen und dich mitteilen möchtest: Etwas,

  • was dir Freude macht und du liebst,

  • wofür du einstehst und oft etwas,

  • was dich in der Welt gleichzeitig leise wütend macht,
    weil es noch nicht deinem Anspruch entspricht.

 

Ein Beispiel von mir: Drei Dinge, die sich auf diese Art durch mein Leben ziehen, sind:

  1. Schwierigkeit mit sozialer Kommunikation

  2. Das Gespür für Unwahrheit sowie die Suche nach Wahrheit

  3. Das tiefe Empfinden mit einer inneren Wut bei Unehrlichkeit und sozialer Ungerechtigkeit

Alles drei bildet heute ein Fundament für meine Ausrichtung im Leben und Business und leitet Entscheidungen. So wurde meine Kommunikationsschwäche zur Stärke und mein Business zu einer Kombination von Wahrhaftigem Ausdruck, ethischer Kommunikation und ethischem Marketing, indem ich meine tiefen Werte und Überzeugungen in die Welt bringe.

(Ich schreibe im Folgenden oft von Frauen, weil ca. 90 % meiner Kundinnen Frauen sind – vieles gilt aber genauso für Männer.)

Warum wir uns selbst zum Schweigen bringen

Deine Seele wartet darauf, dass du langsamer wirst, zuhörst und dich wieder erinnerst, annimmst und lieben lernst. Sie möchte sich durch dich voll und ganz erfahren, sich ausleben und offenbaren.

Doch insbesondere für viele Frauen oder auch “anders”, tiefer wahrnehmender Menschen wird dieser Wunsch oft eingeschränkt, gedämpft und unterdrückt.

In unserer Gesellschaft wird dem logischen Verstand – sowie der sozial anerkannten, neurotypischen Art die Welt zu sehen – von klein auf mehr Wert zugesprochen als der individuelle Selbstausdruck, der Intuition, dem Körper und dem Herzen.

Die Folge:
Wir übersetzen unseres wahres Sein (mit unserer Neurodivergenz) sowie die Herz- und Seelenstimme viel seltener nach außen als die analytische “sichere” Stimme des Verstandes und verlieren dadurch den oft kraftvollsten Teil unseres Ausdrucks und auch die Verbindung zur inneren Quelle und Weisheit, die im Körper lebt und nicht im Verstand.

Der Verstand ist großartig. Ich liebe meinen analytischen Verstand auch sehr, aber er sollte uns immer dienen und uns nicht (von uns weg) führen.

Es ist daher aber auch keine Überraschung, dass wir uns in unserem wahren Selbstausdruck blockiert oder begrenzt fühlen. Es ist kein Wunder, dass sich der Verstand einmischt, sobald du etwas sanftes oder einfach echtes, Spürbares sagen willst: Zu viel nachdenken, zögern, an dir selbst zweifeln.

Uns wurde selten oder nie vermittelt, dass unser wahres Selbst absolut richtig und auch entscheidend ist für ein (Business-)Leben im Einklang und in unserer natürlichen, kohärenten Wirkkraft zu führen.

Dass, es entscheidend ist für unsere

  • Lebenssinn und -kraft,

  • Erfüllung

  • Selbstwirksamkeit

  • Schöpferkraft und auch unsere eigenen

  • Ausdrucksfähigkeiten.

Ich arbeite überwiegend mit Frauen an ihrem Content und Marketing. Und sie empfinden häufig ihren natürlichen, wahren Ausdruck mit ihrem feinfühligen Herzen und ihrer sanften Seele als unvereinbar mit dem, was wir aufgrund unserer Glaubenssätze denken und als richtig ansehen.

Sie denken und glauben,

  • sie sollten etwas Bestimmtes versuchen, tun oder erreichen, was aber nicht ihnen selbst, sondern äußeren, anerkannten Idealen entspricht, die wir schon vor langer Zeit verinnerlicht haben und im allgemeinen akzeptiert und gefeiert wird.

  • dass ihre Stimme, ihre feinfühlige Art der Kommunikation und ihr Seelenausdruck weniger wert ist und sie sich der “harten” (Online- und Business-) Realität sowie den “Erfolgsvorlagen” anpassen sollte.

Viele überlegen vorab, was erwartet wird oder wie das Geschriebene / Gesagte ankommen könnte. Doch du kannst niemals die Reaktionen von anderen vorhersagen, kontrollieren oder wie das, was du in die Welt gibst bei anderen wirkt, ankommt und du bist auch nicht dafür verantwortlich.

Das Einzige, wofür du verantwortlich bist und was du kontrollieren kannst, ist dein Selbstausdruck.

Wenn ich mit AutistInnen spreche, dann haben sie oft Ängste und Bedenken, ihr Sein inklusive Autismus zu teilen. Hatte ich auch, doch das ist erschöpfend. Zum wahren Selbstausdruck gehört auch, die eigene Neurodivergenz anzuerkennen. Wie wir das ausdrücken, ist wieder eine andere Frage, aber sollte nicht in Enge und Unterdrückung enden.

Und, was auch (meine Erfahrung insb. bei Frauen) mal gerne passieren kann, ist: Sie erlauben sich, sich endlich selbst zuzuhören und gehen dann in den Rückzug.

Ruhe und Rückzug können grundsätzlich hilfreich sein, aber es kann auch zu einer Trennung von innen und außen kommen, wenn sie wieder nicht in ihren Ausdruck kommen, sondern im Rückzug bleiben.

=> Wir drücken uns am besten dann aus, wenn wir mit uns selbst verbunden und in unserer Energie sind. Und unsere innere Verbindung drücken wir wiederum über Kommunikation aus. Wir brauchen beides.

Mein Weg dazu im Business

Ich hatte lange eine unsichtbare Barriere, die mich davon abhielt meine echten Perspektiven und Überzeugungen zu teilen oder meine Innenwelt zu zeigen. Aus Angst vor dem Gesehen werden, weil es noch kein vollständiges Konzept war oder Angst vor Reaktionen und auch, dadurch Kunden zu verlieren. Also habe ich mich vorsichtig verhalten, um niemanden zu verärgern, nicht abgelehnt zu werden und mich innerhalb meiner Sichtbarkeit unsichtbar zu machen.

Ich habe mich auch sicher hinter Plänen, Strategien und der angeblich sicheren Marketingsprache versteckt.

Außerdem habe ich mich lange Zeit von sämtlichen Netzwerkveranstaltungen ferngehalten, weil ich Angst hatte, dass ich nicht mithalten kann, komisch wirke oder spontan zum mitteilen aufgefordert werde. Als ich mich doch ausprobierte ist auch genau das passiert und doch konnte ich so ein paar wenige Räume kennenlernen, in denen es für mich stimmig ist.

Mittlerweile äußere ich mich auch immer mehr so, wie ich es im Moment spüre und meiner Wahrhaftigkeit entspricht – ohne alles vorher zu planen oder zu kontrollieren. Zwei Dinge sind seitdem spürbar anders:

  • Die passenden Menschen finden mich, ohne dass ich ihnen hinterherlaufen muss.

  • Mein Business fühlt sich leichter an, weil ich meiner Energie folge statt sie in Zweifeln zu verschwenden.

Dorthin bin ich nicht gekommen, indem ich weiterhin Anpassung, einer alten Version von mir, Skripten oder einer fremden Marketingstrategie gefolgt bin. Sondern indem ich angefangen habe, meiner Intuition zu vertrauen und die Ängste loszulassen, die mich zurückgehalten haben. (Wenn du mehr dazu lesen möchtest: Vom autistischen Burnout & Verstecken in die Sichtbarkeit – ohne Masken, mit Resonanz »)

Der Pfad zum wahrhaftigen Ausdruck

Der Ausweg liegt also nicht darin, die eigene Art zu sein an lineares, ergebnisorientiertes Leistungsdenken anzupassen. Sondern darin, wieder zu lernen, der eigenen Intuition und Stimme zu vertrauen, auch wenn sie keinem Standard entspricht.

Denn vielleicht wurde dir gesagt, du seist "zu laut", als du unschuldig deine Freude gezeigt hast. Oder deine Sensibilität wurde als "übertrieben" abgetan. Oder deine großen Träume wurden mit einem freundlichen "sei doch mal realistisch" kleingeredet. Vielleicht hast du auch Emotionen nicht gut genug und neurotypisch genug ausgedrückt oder einfach nicht die “passenden” Worte gefunden.

Deshalb reicht es nicht, das nur im Kopf zu verstehen. Die Rückverbindung zu unserem wahrhaftigen Ausdruck entsteht in unserem Körper und Sein, nicht im Verstand.

  1. Reflektieren und Erkennen, welche Aspekte von dir du im Lauf der Zeit aufgegeben, geglättet oder verzerrt hast.

  2. Wahrnehmen, wenn dein Körper deinen wahrhaftigen Ausdruck als unsicher einstuft und warum.

  3. Sicherheit aufbauen, damit sich dein wahres Selbst wieder zeigen kann.

  4. Üben, du selbst zu sein, auch wenn das für (dich und) andere mal unbequem ist.

Es geht nicht darum, jemand Neues oder Besseres zu werden. Es geht darum, dich daran zu erinnern, wer du schon immer warst, was du wirklich in dir trägst und deiner Wahrnehmung zu vertrauen.

Dein wahrhaftiger Ausdruck entsteht nicht aus einer Einschränkung, sondern aus deinem Sein und deiner Wahrnehmung heraus.

Er entsteht in der Verbindung, Weite, Präsenz und aus dem, was gerade lebendig ist, ohne etwas Bestimmtes sein, darstellen oder beweisen zu müssen.

Es ist ein Ausdruck aus der gespürten inneren Übereinstimmung von dem, was du denkst, fühlst und tun bzw. sichtbar machen möchtest. Nicht für immer, sondern für den Moment und die aktuelle Situation / Erfahrung.

Das kann mal sanft sein, mal energischer. Es kann tiefgründig, kreativ, chaotisch aus absoluter Freude oder grübelnden Gedanken entstehen.

Und du darfst dir dabei auch erlauben, dass du auch immer wieder aus deinem

  • Leben

  • Business

  • Ausdruck

herauswächst und wahrhaftiger wirst. Denn das ist, was passiert, wenn du aus etwas herauswächst und du aufgefordert wirst, alte Ausrichtungen oder Identitäten weiter zu lösen.

Diese Wahrhaftigkeit kann ganz frei entstehen, aus der Fülle und Ganzheit dessen, wer du bist und sein möchtest. Und je mehr du spürst und weißt, wofür du stehst, desto…

  • klarer, natürlicher, intuitiver und auch ausgerichteter wird das alles wieder – für dich selbst und andere.

  • mehr wirst du auch die Grenzen sowie Unterschiede zwischen

    • deinem wahren Ausdruck und dem aus

    • kurzfristigen emotionalen Reaktionen oder

    • fremden Worten / Erwartungen / Glaubenssätzen

    • der Version deiner Vergangenheit und Zukunft
      wahrnehmen.

 

Es ist also auf der einen Seite das, was du …

  • tief im Inneren bist, sich (vermutlich) durch dein Leben zieht und aus Werte, Überzeugungen und Erkenntnissen deine Entscheidungen und Ausrichtungen leiten.

    Das verändert sich meist auch langfristig nicht grundlegend, kann sich aber vertiefen, erweitern oder auf ganz unterschiedliche Weisen (neu) zeigen.

Und auf der anderen Seite, ist es, was du …

  • im jeweiligen Moment wahrnimmst und ausdrücken willst, was sich stimmig und lebendig anfühlt und auch auf welche Weise du es verkörperst und mitteilst. Das kann sich auf ganz vielfältige Weise zeigen, verändern und immer wieder variieren.

Und das ist immer im und durch den Körper spürbar.

Was sich verändert, wenn du dir treu bleibst

Irgendwann kommt der Moment, in dem du dich entscheidest, der Wahrheit darüber, wer du wirklich bist, mehr Raum, Anerkennung und Aufmerksamkeit zu geben.

Die meisten Menschen erreichen diesen Punkt nicht, weil es doch viel Mut und Innenschau erfordert. Dass du bis hierhin gelesen hast, ist schon ein Zeichen, dass du bereit bist, diesen Weg (weiter) zu gehen.

Dann erschaffst du auf deinem Weg immer weiter dein ganz eigenes, stimmiges Resonanzfeld und Wirkungsfeld. Du weißt mit der Zeit immer stärker und sicherer, wofür du stehst und wer du bist, unabhängig von den Erwartungen anderer.

Auch wenn du einen anderen Raum betrittst, fühlst dich in dir trotzdem noch gehalten, sicher und zu Hause. Du triffst Entscheidungen danach, was sich für dich richtig anfühlt und nicht danach, was andere erwarten. Du setzt Grenzen ohne Rechtfertigung oder Schuldgefühle und nimmst genau so viel Raum ein, wie du brauchst.

Das ist kein einmaliges Ankommen, sondern eine kontinuierliche Praxis. Es gibt auf dem Weg auch kein richtig und falsch, sondern deinen Pfad mit deinen Erkenntnissen und der immer stärker werdenden Verbindung zu dir und deinem wahren Ausdruck.

Wir dürfen hier wirklich mit Selbstmitgefühl anerkennen, dass wir dabei sind den Spalt zwischen der Realität, in der wir uns aktuell sicher fühlen und der, die in uns spürbar, wahr und lebendig sein lässt immer kleiner werden zu lassen.

So können mit den Worten / Beiträgen – unserem echten Ausdruck die unserem wahren Wesen entspringen – ein befremdliches Gefühl einhergehen. Wir kommen aus Gewohnheiten und dem Vertrauten zu einer tieferen, seelischen Ebene und dem, wer wir hier wirklich sind.

Doch sobald du anfängst, deine Seele auf deine ganz eigene Weise hier voll und ganz auszudrücken, wirst du spüren können, wie du in diesem einen Moment wirklich in Frieden und erfüllt sein kannst. Und so auch in jedem weiteren Moment, in dem du ihr und deinem Ausdruck folgst.

 

Für deine Seele ist es eines der wertvollsten Geschenke, die du dir selbst machen kannst. Dich selbst voll und ganz annehmen, akzeptieren und lieben zu lernen und dich ohne Reue auszudrücken.

Denn dein Ausdruck ermöglicht es dir, dem zu folgen und so zu handeln, was für dich selbst das Höchste ist und dich erfüllt.

Durch deinen unverfälschten Ausdruck erlebst du eine Befreiung. Die wahre Freiheit, die dich zu dem Menschen macht, der du jenseits von Erwartungen, Rollen, Labels und Masken wirklich bist.


Was würde sich verändern, wenn du dir heute erlaubst, dich genau so zu zeigen, wie du bist?

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Alles Liebe
Andrea

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Zum Thema menschliche Vielfalt, Diversität und Selbstbestimmung