Wie dir deine Seele Orientierung gibt, wenn du dich im Nebel verloren fühlst

 
Orientierung aus der Seele: Nebelbild mit Baum und Sonne
 

Wir nehmen uns ein Ziel vor, beruflich oder auch privat und laufen ihm immer weiter hinterher. Vielleicht erreichen wir es sogar, doch dann kann irgendwann der Punkt kommen, an dem wir uns verloren fühlen.

Wir sind gelaufen, aber wohin eigentlich und warum? Was ist der Sinn und Wert in dem, was wir tun und wonach wir streben?

 
 

Ich war schon oft verloren, die meiste Zeit meines Lebens…

  • Zuerst dachte ich, dass wenn ich mal erwachsen bin, bestimmt alles gut wird. Tja, nein.

  • Dann wollte ich beruflich etwas erreichen und als ich endlich einen tollen Job und gutes Einkommen hatte, war ich erschöpft, weil es meinem autistischen Gehirn nicht entsprochen hat.

  • Dann wollte ich als Autistin im Leben klarkommen und im Außen funktionieren, doch meine innere Verbindung bin ich übergangen und war wieder verloren.

  • So machte ich mich selbstständig, weil ich endlich im Einklang mit mir und meinen beruflichen Wünschen leben wollte, doch lies ich mich vom Online-Markt verunsichern und was soll ich sagen: Ich war wieder verloren.

Lange war ich in diesem Kreislauf gefangen. Unterschiedliche Szenarien, doch das Ergebnis war immer das Gleiche: Verloren sein.

Der Kreislauf von Zielen und innerer Leere

Alles wirkt wie in einem Nebel, in dem ich mich verirrt habe, mal wieder. Das, was einmal Freude gemacht hat, ist eine trostlose oder sogar zu anstrengende Sache geworden. Mental fühlte ich mich leer und verloren. Körperlich müde, erschöpft, aber Ausruhen und Schlaf erzielte nicht die Wirkung, die ich brauchte und wollte. Alles fühlt sich irgendwie farblos, uninspiriert und freudlos an.

⇒ Es war ein andauernder Kreislauf aus Neustart, es endlich schaffen wollen und zurückzukehren in die Leere, den Nebel, das Verloren sein.

Aber ich wollte nicht aufgeben. Ich wollte zeigen und (mir selbst) beweisen, dass ich das hinbekomme und optimierte mich, mein Leben, mein Business. Ich optimierte meine Strategien, um als Autistin und als Selbstständige mit meinem Business irgendwann mal gut genug zu sein, um erfolgreich zu werden, zu sein und zu bleiben.

Und genau das war das Problem: Ich optimierte…

Genau das, was man auch machen soll, oder? Sich selbst verbessern, disziplinierter sein und optimieren, um etwas zu erreichen.

 

Dieser Kreislauf beginnt immer wieder von vorne, wenn wir etwas Neues anfangen oder motiviert sind, um besser zu werden.

Wir sind optimistisch und freuen uns. Doch mit der Zeit fühlt es sich wie eine Last aus vergangenen Entscheidungen an, die uns nicht zum Aufblühen brachten, sondern in eine gewisse Leere.

Und viele Menschen, die etwas in ihrem Leben verändern wollen, arbeiten hart daran. Sie lesen Bücher, hören Podcasts, lassen sich inspirieren und probieren verschiedene Jobs, Methoden und Wege aus. Und trotzdem läuft vieles nicht so, wie sie es sich wünschen und vor allen Dingen nicht nachhaltig.

Heute, mit etwas Abstand habe ich begriffen, dass ich genau aus diesem Grund in diesem Kreislauf war. Denn es war meine Seele, die müde war von meiner ganzen Selbstverbesserung und -optimierung.

Ich habe mich angestrengt, doch der tiefe, wahrhaftige Teil in mir wusste längst, dass das Blödsinn ist. Dieser Teil ist längst gut genug und ganz ist und den Weg kennt. Meine Seele wollte nicht mehr mit mir streben und versuchen, doch noch irgendwie zu funktionieren. Sie hatte genug davon, Dingen, Wünschen und Zielen hinterherzujagen oder zu versuchen jemand besseres zu werden.

Sie war müde, weil sie kein Interesse hat, an oberflächlichem Small Talk, belanglosen Themen oder irgendwelche äußeren Masken und Darstellungen. Sie wollte endlich gehört werden, sich ausdrücken, voll und ganz und sich selbst in diese Welt bringen.

Und ich als Mensch? Ich will lebendig sein und aus der Tiefe meines Seins leben, von innen nach außen.

Es ging nie einfach nur um Optimierung

Es ging nie darum, dass wir versuchen sollten, uns und unser Leben zu optimieren, um in ein bestehendes System oder einen äußeren Erfolg zu pressen, was gar nicht unser ist. Wenn wir diesen Nebel in uns haben, dieses Verloren sein, dann hat unsere Seele vielleicht einfach genug.

Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es manchmal besser ist anzuhalten, einfach mal nichts zu tun als irgendwas zu machen. Leider ist das nichts, was unserer Gesellschaft kennt oder akzeptiert. „Man muss doch was machen.“

Dann fragen wir uns, was wir hier eigentlich tun und geben uns selbst die Schuld an allem. Wir fragen uns, was der Sinn des Ganzen ist, von den Erfahrungen und unserem Leben. Und wir fragen uns, wie wir einen Weg finden, der uns endlich ankommen lässt und nachhaltig erfüllt, statt uns wieder nur leer und verwirrt zurückzulassen.

⇒ Der Weg dahin war lang, steinig, ermüdend und einsam. Denn niemand versteht ihn, der ihn nicht selbst erfahren hat.

Es gibt in uns allen einen tiefere Weisheit…

In uns allen gibt es etwas, das unsere Realität still und leise jeden Tag aufs Neue formt. Und dies ist nicht unser Wollen, unser Streben, die Willenskraft oder einfach positives Denken und Affirmationen.

Das ist die Wurzel unseres Seins und womit du aus deiner Tiefe, deiner Seele wahrhaftig in eine echte, spürbare Resonanz gehst, die dein Verstand nicht versteht und in keinem Buch oder Podcast zu finden ist.

 

Wir kommen also dann an einen Punkt, an dem wir als feinfühlige, neurodivergente Wesen spüren, dass wir uns nicht einfach im Leben, sondern auf der Seelenebene verloren fühlen.

Wir haben eine tiefe Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit, die wir aber noch nicht erfassen und greifen können. Wir spüren, dass in unserer inneren, gerade sehr nebligen Welt mehr ist.

So hatte ich immer mehr die Trennung gespürt zwischen dem, was ich lebe und sage und dem, was da in mir ist, auch wenn ich es nicht benennen oder greifen konnte.

Doch ich wusste:
Es gibt einen tieferen Sinn und wahrhaftigen Wert im Leben. Ich muss ihn nur wieder wahrnehmen, spüren und dann leben.

Sinn und Wert des Lebens im Einklang mit Herz, Seele und unserer Natur.

Den Sinn des Lebens sehe ich nicht mehr als etwas, dass ich im Außen finden, sondern im Inneren nur wieder wahrnehmen muss. Es ist das eigene Sein, durch das wir erfahren. Wir atmen, nehmen wahr und verkörpern unsere Energie, unser Sein. So geben wir weiter, was wir in uns tragen. Ob uns das bewusst ist oder nicht.

Der Sinn, der Wert und die Wahrheit waren schon immer da. Der Sinn und Wert unseres Lebens sind nichts, was wir in Geld, irgendwelchen Erfolgskennzahlen oder Lebensjahren bemessen könnten.

Wir erfahren sie in der Präsenz, in der wir leben und die wir verkörpern. Es ist immer da, immer verfügbar, wenn wir nicht daran vorbeileben und laufen. Wir brauchen nichts suchen, nicht erklären, nichts rechtfertigen. Wir brauchen nichts beweisen und niemanden überzeugen. Es ist das Gegenteil von dem, was wir von klein auf beigebracht bekommen.

So werden Kinder, deren Wahrheit nicht ernst genommen wird und die erst etwas werden sollen zu Erwachsenen, die sich selbst in ihrer Wahrheit nicht ernst nehmen, ihren Wert nicht kennen und immer weiter nach etwas streben, um zu werden, statt zu Sein. Zu Sein in dem, wer sie sind und was sie tun.

Wir denken, wenn wir nicht nach mehr streben, dass wir dann anhalten und nicht mehr wachsen. Also nehmen wir die immer wieder neue Motivation, um weiterzumachen. Dabei geht es nicht darum, dass wir nichts mehr machen. Natürlich müssen wir Schritte gehen und ins Handeln kommen. Aber die Quelle aus der die nächsten Schritte und Aktivitäten entstehen ist eine andere. Sie ist wahrhaftiger und steht im Einklang mit unserem Wesen.

⇒ Wenn wir anhalten, wenn wir in den Moment kommen, dann merken wir, dass wir von dort aus viel stimmiger sein, wachsen, wirken und werden können.

Erst das Sein, dann handeln und haben. Nicht andersherum, denn die Wahrheit für uns liegt im Körper, in der Tiefe und nicht im Verstand.

Wir brauchen uns also nicht immer wieder zu fragen, was der Sinn, Wert oder der Weg unseres Lebens ist. Wir können anhalten und fragen, wie das Leben durch uns ausgedrückt werden will. Das Leben, das längst da ist. Das Leben, das in sich schon all den Sinn und Wert enthält, nach dem wir streben. Das Leben, das zu uns spricht und für uns ist.

Heute weiß ich das und zugegeben: Es fällt mir manchmal trotzdem noch schwer, darauf zu vertrauen und diesem Weg zu folgen. Denn für unseren Verstand sowie in unserer Gesellschaft ist das noch recht fremd.

Zurück in den Moment

Wenn wir aber in den gegenwärtigen Moment kommen, dann erhalten wir aus unserer inneren Führung die Impulse, die uns dienen und den einen nächsten Schritt, der folgen möchte. Ganz natürlich und im Einklang mit Herz und Seele.

Es ging nie um ein Ergebnis im Außen, sondern zuerst um die Beziehung und Verbindung, die wir zu uns selbst, zu unserer Seele, unserem Leben und der Existenz haben.

Jeden Tag kannst du dich verbinden, tiefer gehen und lauschen, mit oder ohne eine Frage zu stellen. Wenn du ganz still wirst und loslässt von der Kontrolle und dem funktionieren im Außen, wenn die Gedanken ruhiger werden und du dein Herz und Seele hören kannst, dann wirst du feststellen, dass Sinn und Wert deines Lebens nicht im Verstand leben und dort auch nicht erfahren und verstanden werden können.

Wenn du dich nach einem beständigen Sinn sehnst und nicht nach einem, der jederzeit wieder verloren gehen kann, dass musst du dich lösen von den äußeren Erwartungen, auch von deinen eigenen.

Dann öffnest du dich für das, was ist und rennst nicht dem hinterher, was laut Verstand oder Erwartungen sein sollte. Du öffnest dich für deine Existenz und erfährst den Sinn in den Sonnenstrahlen in deinem Gesicht, in der Farbpracht des herbstlichen Waldes, der Stille und Ruhe der weißen Winterlandschaft und dem Aufblühen von Blumen und Sträuchern.

Die Natur spiegelt uns perfekt wider, wie sehr alles im natürlichen Rhythmus lebt und jederzeit alles getan ist. Nicht durch zwanghaftes Streben, sondern durch die natürliche Entwicklung des Lebens. Von innen nach außen und im Einklang mit der Weisheit und dem Sinn des Lebens.

Kannst du dir heute einmal eine Pause erlauben?

Kannst du dir heute erlauben, einmal innehalten und in den gegenwärtigen Moment kommen? Finde dabei deinen Weg in die Selbstverbindung und den gegenwärtigen Moment.

Meditation ist dafür perfekt, aber das kann am Anfang noch schwieriger sein, wenn die Gedanken kreisen, sich alles leer anfühlt und wir keinen Zugang finden. Wenn wir uns erschöpft fühlen und uns zu viele Gedanken durch den Kopf gehen, können wir sie oft nicht sortieren, loslassen oder einfach ziehen lassen und in die Stille gehe. Auch das braucht Übung. Doch wenn unser Geist chaotisch ist und wir uns verloren fühlen, wirkt sich das auf Körper und Seele aus.

Aber wenn du deinen Geist beruhigen und deine Seele wieder langsam spüren kannst, folgt der Rest fast von selbst, wenn du denn vertrauen kannst…

Journaling hilft dabei, diesen Zugang auch mit wirren Gedanken und dem Gefühl von verloren sein zu schaffen. Das tiefe Reflektieren in Ruhe und Stille hilft, um innere Verbindung, Weisheiten und deine Wahrheiten langsam wiederzuerkennen sowie Muster zu erkennen und miteinander zu verbinden, die dich aufhalten oder dir dienen.

Doch zu Beginn, genau jetzt und hier:

  • Womit gehst du jetzt gerade, in genau diesem einen Moment in Resonanz?
    (Vielleicht Ruhe, Natur, Zeichnen, Schreiben, Tee trinken…. Etwas, das sich weit / hell / leicht, klar und stimmig anfühlt.)

  • Kannst du diesem einen Impuls folgen?

Du kannst auch fragen:

  • Was möchte heute durch mich erfahren werden?

  • Was möchte jetzt durch mich ausgedrückt werden?

  • Was kann ich genau jetzt tun, um wieder bei mir anzukommen?

Wenn noch nichts kommt, sitze mit dem Nichts da und warte. Oder fang einfach an zu schreiben, folge dann den bewussten inneren Impulsen und schaue, wohin es dich führt.

Alles Liebe
Andrea

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